“LOST_IM_LOSTPLACE_FINAL42.MOV” oder EIN WIRKLICH SCHLECHT GEPLANTER ROADTRIP

Wir schreiben das Jahr 2021. Die Corona-Pandemie hat mittlerweile ihren Höhepunkt überschritten und fängt langsam an immer weniger Auswirkungen zu haben. Dennoch haben es besonders Künstler und Creator immer noch schwer sich verwirklichen zu können. Auch wir als Mediengruppe haben in der Pandemiephase das ein oder andere Opfer bringen müssen.

Aus diesem Grund haben wir versucht das Beste daraus zu machen. Also haben wir uns überlegt einen Ort zu besuchen, der normalerweise weitestgehend unbesucht ist – Einen Lost Place! Genau genommen geht es um das das ehemalige Militärgebiet Wünsdorf in Zossen (Brandenburg), das wir uns ansehen wollten. Doch selbst diese scheinbar einfache Aufgabe war nicht leicht umzusetzen. Ob auch wirklich alles nach Plan lief?

Diese humorvolle Mockumentary über die verbotene Stadt in Zossen ist unser Beitrag für das REC-Filmfestival, das IM.KASTEN Kurzfilmfestival, das up-and-coming Intern. Film Festival Hannover und das Filmfestival Cottbus.

Die Geschichte des ehemaligen Militärstandortes Wünsdorf in Zossen findet ihren Anfang in der Kaiserzeit. Bereits 1910 wurden erste Militärgebäude errichtet. Teil davon war das sogenannte „Halbmondlager“, in dem mehr als 30.000 Kriegsgefangene inhaftiert waren und den Berliner Bürgern dort zur Unterhaltung vorgeführt wurden.

Wohngebäude in Wünsdorf

Später ist das Gelände zu einem der wichtigsten Nachrichtenzentren der NS Zeit geworden. Außerdem wurde es Standort des Oberkommandos des deutschen Reiches und die dort anliegenden Sportstätten wie das Schwimmbad, der Fechtsaal oder die Reithalle wurden für die Ausbildung der Unteroffiziere genutzt.

Nach dem 2. Weltkrieg zogen bis zu 60.000 sowjetische Soldaten auf das Gelände und dienten in den riesigen unterirdischen Bunkeranlagen. Wünsdorf wurde zum größten sowjetischen Militärstandort außerhalb der Sowjetunion und war durch die militärische Bedeutung strikt von der Bevölkerung und Umgebung abgeschottet worden.

Als die russischen Truppen 1994 abzogen, hinterließen sie eine menschenleere Garnisonstadt. Sämtliche Munition und Waffenteile wurde daraufhin entsorgt. Trotz der Umstände ist es weiterhin ein faszinierender Ort und lässt auch heute noch die historischen Ereignisse erahnen, die hier einst stattgefunden haben.

Regie: Melanie Belke, Paulus Schinew
Kamera: Bill Steak
Redaktion: Luise Kurz, Inge Förtsch